Stadtkapelle Wasserburg am Inn e.V.

Bericht der "Wasserburger Zeitung" vom 11.01.2003:

50 Jahre tonangebend in der Stadt

Stadtkapelle Wasserburg wurde am 13. Januar 1953 wieder gegründet

Wasserburg (bua) - Wann erstmals in der Innstadt eine Stadtkapelle gegründet wurde, lässt sich nicht mit Sicherheit ermitteln. Einer Zeitungsanzeige vom 27. Juni 1875 zufolge, spielte im Methgarten des Lebzelters Surauer eine Wasserburger «Harmonie-Musik» zum Tanz auf. In den folgenden Jahren fanden sich immer wieder Notizen von der «Stadtmusik», der «städtischen Blechmusik» und schließlich der «Wasserburger Stadtkapelle». Das Datum der Wiedergründung allerdings ist bekannt: Es war der 13. Januar 1953. Am kommenden Montag feiert die Stadtkapelle also ihren 50. Geburtstag.

Nach dem zweiten Weltkrieg versuchte zunächst -Georg Furtner im Auftrag der Stadt für die 810-Jahrfeier der Innstadt eine neue Blaskapelle ins Leben zu rufen. Auch der ehemalige Spielmannszug formierte sich für das Fest neu. Von da an wurde der Wunsch der Wasserburger Bürger und Musiker immer größer, sich zusammenzuschließen und für das kulturelle Leben der Stadt eine eigene Musikkapelle zu gründen. Als sich 1951 der Stabsmusikmeister a.D. Otto Hofmann damit befasste und - laut Protokollbuch - «mit einem zusammengewürfelten Haufen von Musikern» einschließlich des «Feuerwehr-Spielmannszuges» nach einer einzigen Orchesterprobe am 9. September 1951 zum Feuerwehrfest nach Kufstein fuhr, nahm dieser Gedanke greifbare Gestalt an.

Unter dem Protektorat des Bürgermeisters Gabriel Neumeier kam es am 13. Januar 1953 im Meyer-Bräu zur offiziellen Neugründung der «Stadtkapelle Wasserburg am Inn». Zum ersten Vorsitzenden wurde Heinrich Stamm gewählt. Mit einem «Großen Festkonzert» stellte sich die Stadtkapelle am 9. Mai 1953 erstmals einem größeren Zuhörerkreis vor. In weiser Voraussicht widmeten sich die Verantwortlichen von Anfang an der Nachwuchspflege, um den Fortbestand der Kapelle zu sichern.

Im Jahr 1961 gab es einen Wechsel in der Stabführung und in der Vorstandschaft des mittlerweile gewachsenen Blasorchesters. Max Bauer übernahm das Amt des Vorsitzenden. Stadtkapellmeister Otto Hofmann ging nach Dinkelsbühl, neuer Mann in Wasserburg wurde Hans Hübner, ein ehemaliger Militärmusikkapellmeister. Unter ihm trat auch ein Wandel in der Auswahl der Musikstücke ein. Besonders der klassischen Blasmusik widmete sich der neue Stadtkapellmeister bei der Arbeit mit seinen Musikern.

Heinz Radzischewski übernahm 1971 die Leitung der Innstadtmusikanten. Er, der der musikalischen Nachkriegsgeneration angehörte, begann mit moderneren Blasmusikklängen neuen Schwung in das Orchester zu bringen. Dazu trug auch die Jugendkapelle bei, die unter Radzischewski schnell zu einem großen musikalischen Klangkörper wurde.

Bis 1991 leitete Heinz Radzischewski die Stadtkapelle Wasserburg. Zugleich gelang es immer mehr, mit einer eigenen Bläserschule, bei der aktive Musiker des Vereins Musikunterricht gaben, eine große Anzahl an jungen und talentierten Musikerinnen und Musikern auszubilden.

Ebenfalls 1991 gab es eine Änderung an der Vereinsspitze. Erich Hofmann legte im Sommer seine Aufgaben nieder und gab seinen Rücktritt bekannt. Sein bisheriger Stellvertreter Horst Däullary erklärte sich bereit, das Amt des ersten Vorsitzenden zu übernehmen. Er übt es bis heute aus.

Neuer Mann am Dirigentenpult in Wasserburg wurde Michael Kummer. Mit neuem Elan und fundiertem Fachwissen leitete er Orchester und Jugendkapelle. Anspruchsvolle und moderne Blasmusik unkonventionell und auf hohem Niveau zu bieten, hat sich Kummer auf die Fahnen geschrieben.

Auch organisatorisch war eine Neuerung notwendig. Da der neue Dirigent für die Stadtkapelle hauptberuflich mit einer Halbtagsstelle tätig wurde, mussten die dafür notwendigen finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Mit einem Förder- und Sponsorenverein gelang und gelingt dies.

Rechtzeitig zum Jubiläum ist eine neue CD der Stadtkapelle fertig geworden und bei UNIFOTO Braunsperger, Wasserburg oder bei der Stadtkapelle direkt erhältlich. Auch die Sparkasse Wasserburg verkauft in allen 21 Zweigstellen die CD. Das Programm beinhaltet einen Querschnitt durch fünfzig Jahre Musik mit der Stadtkapelle - sozusagen von Otto Hofmann bis Phil Collins.
 

Andi Burlefinger