Stadtkapelle Wasserburg am Inn e.V.

Bericht der "Wasserburger Zeitung" vom 11.11.2003:

Kummer jetzt Stadtkapellmeister

Der noch skeptisch dreinblickende "Stadtkapellmeister" bei der ErnennungWasserburg (bua) - Die Überraschung und auch ein Anflug von Verlegenheit war spürbar, als 1. Bürgermeister Michael Kölbl im Rahmen des Herbst-Konzertes den Titel «Stadtkapellmeister» an den musikalischen Leiter der Stadtkapelle Wasserburg, Michael Kummer, verlieh. Ein Titel, den nur die Stadt vergeben kann und der auch Auszeichnung für ein über zehnjähriges intensives Engagement mit der Stadtkapelle ist - und vielleicht auch ein vorgezogenes Geschenk zum 50er Kummers.

Im Jahr 1991 übernahm Michael Kummer den Stab am Dirigentenpult. Keine leichte Aufgabe damals, galt es doch, einige Wogen zu glätten, die auch im Klangkörper spür- und hörbar waren. Das zeigte schon damals, so der Bürgermeister in seiner Ehrung, welchen Charakter Kummer mitbrachte: Ehrlichkeit, Mut und Verantwortung. Dabei war es nicht immer einfach, ein eingespieltes Orchester auf die Reise zu neuen musikalischen Klangzielen mitzunehmen. Überredungskunst, Motivation und wenn nötig auch die Sturheit eines Überzeugungstäters brachten das Orchester auf einen neuen musikalischen Stand.

An Weihnachten 1953 in Ulm geboren, studierte Kummer nach dem Abitur zunächst Musikwissenschaften. Fortbildungen in England und die Prüfung zum staatlich geprüften Dirigenten brachten ihm das Rüstzeug für seine musikalische Laufbahn. Neben der Stadtkapelle ist er musikalisch noch verantwortlich für das Blasorchester in Grünwald bei München und das Akademische Blasorchester München, dessen Gründungsmitglied er 1978 war. Seit einigen Jahren ist er auch Vizepräsident des Musikbundes von Ober- und Niederbayern. Maßgeblich war er deshalb auch an der Vergabe und der Durchführung des Verbandsmusikfestes 2003 in Wasserburg beteiligt.

Seine noch verbleibende Freizeit verbringt der polyglotte Kulturbegeisterte mit dem Motorrad, seinem Computer und außerdem, so Michael Kölbl, sei Kummer einem schönen Schafkopfspiel auch nicht abgeneigt.

Mit seinem enormen musikalischen Können und seiner Person erreicht Kummer besonders gerade die jungen Musikerinnen und Musiker. Das ist auch wohl mit eines der größten Verdienste seiner bisherigen Amtszeit in Wasserburg. Beinahe zwei Generationen wurden zwischenzeitlich durch junge Nachwuchsmusiker ersetzt, ohne dass dabei die Qualität des Orchesters gelitten hätte. Michael Kummer versteht sich auch in erster Linie als Pädagoge und nicht als musikalischer Zuchtmeister. Das würde auch so gar nicht seiner feinsinnigen und nachdenkenden Persönlichkeit entsprechen. Somit hat er ihn sich auch verdient, diesen Titel.

Auch wenn ihm die Anerkennung auch Angst vor der damit verbundenen Erwartung und Verantwortung machen, wie Michael Kummer in seinen kurzen Dankesworten nachdenklich anmerkte, freue er sich sehr über die Auszeichnung «Stadtkapellmeister», zumal sie für ihn völlig überraschend komme. Dass er sich weiterhin aber in erster Linie als Mitglied der Gemeinschaft der Stadtkapelle sehe, drückte er in seinen Dankesworten an die Vorstandschaft aus. Bezeichnend deshalb, dass er die ihm überreichten Blumen an die Frau des Vorstandes Horst Däullary weiterreichte. Zum einen müsse sie oft auf gemeinsame Zeit mit ihrem Mann verzichten, zum anderen habe er in seinem Einpersonenhaushalt gar keine so große Blumenvase.