Pressebericht zum 50. Jubiläum der Jugendkapelle vom 04.02.2004:

Wasserburger "Bläserbuben" sind 50

Jugendkapelle beim Jugend-Konzert 2004Wasserburg (bua) - Seit 50 Jahren gibt es nun die «Bläserbuben». Otto Hofmann, der erste Stadtkapellmeister, und der damalige Vorsitzende Heinrich Stamm befassten sich von Gründung der Stadtkapelle an mit dem Gedanken der Jugendausbildung.

So gelang es dann 1954, mit Unterstützung der Stadtverwaltung, die Ausbildung von «jungen Burschen» als Nachwuchs für die Stadtkapelle zu beginnen. Ein Name dafür war auch gleich gefunden: die «Wasserburger Bläserbuben».Ausgebildet von hervorragenden musikalischen Praktikern gelang es ihnen, hohe musikalische Qualität zu erreichen. Dies lag ganz besonders auch am pädagogischen Geschick von Otto Hofmann, der manchmal streng aber mit Gefühl für die Jugendlichen einen stabilen theoretischen Grundstock schaffte. Einmal beim Frühlingsfest am Gries am Nachmittag im Bierzelt mitspielen zu können war schon eine Auszeichnung in der damaligen Zeit.

Mit Hans Hübner als Nachfolger am Dirigentenpult änderte sich die Form der Ausbildung. Hübner selbst übernahm einen Großteil der Instrumentalausbildung und baute dabei den musiktheoretischen Teil in den praktischen Unterricht mit ein. Er legte dabei sehr viel Wert darauf, dass «musizierend verstanden» werden sollte. Auch wenn es für die jungen Musiker, unter denen sich ab Anfang der 60er-Jahre schon einige Mädchen befanden, anfangs schwierig war, dem musikalischen Feinsinn Hübners zu folgen, war das gemeinsame Erlebnis umso spürbarer. Belohnt wurde das junge Orchester der Stadtkapelle mit einigen kleineren Reisen. Eine davon ging nach München zur «Internationalen Verkehrsausstellung».

Dann übernahm Heinz Radzischewski, bisher Stimmführer im Trompeten- und Flügelhornregister, die musikalische Leitung. Mit moderneren Blasmusikklängen brachte er jugendlichen Schwung in das junge Orchester, das nun schnell zu einem großen Klangkörper wurde. Es gelang den Vereinsverantwortlichen zudem, mit einer eigenen Bläserschule, bei der aktive Musiker des Vereins Musikunterricht gaben, eine große Anzahl Musikerinnen und Musiker auszubilden. So war es gerade die Jugendkapelle, die mit ihren Auftritten eine musikalische Visitenkarte der Stadt abgab. Im ganzen südbayerischen Raum vertrat sie die Wasserburger Stadtkapelle mit höchsten Auszeichnungen bei Wertungsspielen und Musikwettbewerben in kleineren Gruppen.

Ein neuer Mann kam mit Michael Kummer 1991 an das Dirigentenpult in Wasserburg. Als kompetentem Musiker gelang es ihm, die Ausbildung der Mädchen und Buben unkonventionell und auf hohem Niveau hin zu einem blasmusikalischen Leistungszentrum zu entwickeln. Auslandsreisen der Jugendkapelle nach Israel und in die Tschechische Republik, viele Auftritte und Konzerte und natürlich die Teilnahme an musikalischen Wettbewerben brachten und bringen Anerkennung.

Aus kleinen Anfängen entwickelte sich in 50 Jahren vom Unterricht, bei dem einzelne Musiker in ihrer Freizeit jungen Menschen mit wenig Griffen die ersten Töne beibrachten, eine richtige Musikschule mit 14 professionellen Lehrkräften und seit neuestem mit einer Bläserklasse an der Realschule in Wasserburg. Im Herbst 2004 soll hier eine zweite Klasse folgen. Mit Martin Zwiefelhofer koordiniert ein aktives Mitglied aus dem großen Orchester der Stadtkapelle den gesamten Ausbildungsbereich für die Bläserschule mit momentan 114 Schülerinnen und Schüler. Vom Anfängerkurs über das Anfängerorchester bis hin zu den Leistungsprüfungen in Gold, Silber oder Bronze ergibt sich ein transparentes Ausbildungskonzept. Und mit der Erweiterung der Proben- und Unterrichtsräume im Badria schafft der Verein die räumlichen Voraussetzungen für dieses in die Zukunft gerichtete Vorhaben.

Neben der musikalischen Ausbildung werde aber auch das außermusikalische Vereinsleben groß geschrieben, versichern die Stadtkapelle-Verantwortlichen. Ziel dabei sei es, den jungen Menschen neben der musikalischen Ausbildung auch gemeinsame Verantwortung für den Verein zu vermitteln - von der Einbindung in die Vorbereitungsarbeiten bis zu Reinigungsarbeiten. Das alles lasse sich die Stadtkapelle gut die Hälfte des Jahreshaushaltes ihrer Vereinskasse kosten, wobei man natürlich auf die Unterstützung von Sponsoren und Fördermitgliedern angewiesen sei.

Zur Leistungsschau ihrer Jugendarbeit lädt die Stadtkapelle Wasserburg am 6. Februar um 20 Uhr in den Rathaussaal ein. Die Bläserjugend, die Bläserklassen und das große Jugendorchester sind dabei mit einem Streifzug durch ihr musikalisches Können zu hören.