Pressebericht über das 14. Jugend-Konzert vom 02.02.2007:

Tiefes Blech - edle Abzeichen
Jugend-Konzert der Stadtkapelle zeigt hohen Leistungsstand

Wasserburg (adä) - Ein ausverkaufter Rathaussaal und eine Flut von Leistungsabzeichen: Das Jugend-Konzert der Stadtkapelle Wasserburg zeigte einmal mehr, dass Blasmusik in Wasserburg kein Image-Problem hat, auch nicht beim Nachwuchs.

Die Bläserklassen 5b und 6b der Realschule starteten das Programm. Dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle läuft seit nunmehr vier Jahren und wurde immer wieder für den Zeitraum von zwei Jahren eingerichtet. Dies heißt für die Jugendlichen im Musikunterricht statt Theorie ihr Instrument zu spielen. Während der Klein-Gruppenunterricht am Instrument nachmittags von Instrumentallehrern der Stadtkapelle erteilt wird, leitet diesen speziellen Musikunterricht Michaela Haindl, die auch im Konzert als Dirigentin fungierte. Beide Klassen stellten mit zwei Werken ihr Können vor, im Zusammenspiel erklang „Frere Jaques“ im Kanon. Für die Zugabe kam eine der jungen Musikerinnen mit einem recht großen Holzschlüssel, um ähnlich einer Aufziehpuppe nun aber die Dirigentin aufzuziehen, was das Publikum mit Applaus honorierte.

Der Trompetenlehrer Mathias Engl startete dann mit rhythmisch schwungvollen Samba-Trompetenklängen seiner Schüler, deren Spiel klar und leichtfüßig vorgetragen wurde. Mathias Engl verstand es dabei die ganz jungen und etwas älteren Trompeter zu einem 13-köpfigen Ensemble zusammenzuführen. Selbstbewusster Auftritt und sauberes Spiel zeichneten die Klarinettenschüler von Jürgen Schubert aus, die mit „When I am Sixty-Four“ von McCartney eine wunderschöne Stimmung im Rathaussaal verbreiteten. „Souveräne Damen mit klangvollen Einsatz“ so könnte man die Flötengruppe unter der Leitung von Monika Machl beschreiben. Das Querflötenquartett spielte zwei Sätze von Tscherepnin.

Stadtkapellmeister Michael Kummer, der auch wie gewohnt durch das Programm führte, präsentierte diesmal auch sein Hauptinstrument, die Tuba. Zusammen mit dreien seiner Schüler präsentierte er einen selbst komponierten kleinen Marsch im klassischen Stil. Eine weitere Querflötengruppe unter der Leitung von Bettina Forster bestand aus einem sehr jungen Doppelquartett, das mit großem Jubel bedacht wurde.

Mit einer raffinierten Instrumentierung aus Schlagzeug und Saxophon überzeugten die Schüler von Saxophonstudentin Hanna Huber und Schlagzeuglehrer Helmut Wagner , der dafür eigens ein Spezial-Arrangement komponierte zum Thema „Afrika“. Für das Publikum gab es so vor der Pause noch einen absoluten Hingucker auf eine gelbe Schlange, die elegant als Instrument geschultert wurde, ein Silberei das zum Schütteln präsentiert wurde und Helmut Wagner als Dirigent, der nebenbei noch eine Trommel bediente. Aber genau das Zusammenwirken mit Saxophonen schaffte den Flair der Musik, so dass sicher alle Zuhörer Bilder von Dschungel und Afrika assoziieren konnten.

Nach der Pause legte die Stadtkapelle die Latte noch ein Stück höher: So viele Musiker-Leistungs-Abzeichen wie in diesem Jahr wurden noch nie in Wasserburg verliehen. Dreizehn Mädchen und zwei Buben erhielten nach erfolgreich abgelegter Prüfung das Musikerleistungsabzeichen in Bronze, was auch den Eintritt in die Jugendkapelle anzeigt. In Silber wurde es an vier Mädchen vergeben, die damit den Leistungsstand für den Eintritt in die Erwachsenenkapelle geschafft haben. Als Novum wurde im Herbst des vergangenen Jahres vom Musikbund ein kindgerechtes Juniorabzeichen geschaffen bei dem sich auch bereits Anfänger-Musiker/-innen mit ihren Leistungen messen können. Dieser Aufgabe haben sich gleich 12 Kinder und Jugendliche erfolgreich gestellt. Damit ist die Stadtkapelle eine der ersten Vereine, die diese neuen Abzeichen-Prüfungen organisiert haben. Anhand dieser großen Anzahl der Erfolge konnten alle Zuhörer erkennen, wie viele Kinder und Jugendliche durch das Engagement und der Energie der Jugendarbeit der Stadtkapelle Wasserburg in ihrem Tun gefördert wurden.

Im Zusammenspiel bewiesen sie es dann auch gleich wieder unter der Leitung von Martin Zwiefelhofer im Anfängerorchester „Bläserjugend“ mit „Indian Rock“ von Jacob de Haan und der Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ von Hans Zimmer.

Den krönenden Abschluss lieferte dann die Jugendkapelle der Stadtkapelle. Da nun auch das tiefe Blech als Register wieder mit eigenen Spielern gut besetzt ist, wird bereits die Teilnahme an einem auswärtigen Wertungsspiel geplant. So ergibt dies auch gleich ein zweitägigen Ausflug der Jugendkapelle nach Waldkirchen in den Bayrischen Wald im Sommer diesen Jahres.

 Andrea Däullary