Stadtkapelle Wasserburg am Inn e.V.

Presse-Kritik
über das Herbst-Konzert vom 09.11.2002:

Von "Disney-Knüllern" bis "Indiana Jones"

Ein Herbst-Konzert mit buntem Programm war angesagt - und viele Blasmusikfreunde kamen zur Wasserburger Stadtkapelle. Wiederum konnte man in der Badria-Halle zwei Blasorchester hören und hohe Bläserkultur bewundern.

Den Auftakt des Abendkonzerts gab die stattlich besetzte Jugendkapelle mit einer Kostprobe originaler Musik, der «Ouverture to a New Millennium», 1998 komponiert von Ed Huckeby. Geheimnisvoll durch gedämpfte Dynamik, doch bemerkenswert sicher und gewandt, machte die Jugend auf ihren Ausbildungsstand aufmerksam. Russische Volkstänze von Dimitrij Schostakowitsch folgten im Arrangement von James Curnow, geradtaktig zielstrebig und vital tänzerisch. Stimmungsgeladene Filmromantik wurde sodann mit vier «verschiedenen Disney-Knüllern» beschworen, ausdrucksvoll wiedergegeben in der farbigen Bläserfassung von John Higgins.

Herbst-Konzert 09.11.2002: Michael Kummer als "Indiana Jones"Ein weiteres Originalwerk für Blasorchester führte anschließend die Erwachsenenkapelle vor, 1997 vom Holländer Jacob de Haan für ein australisches Klassentreffen der «Ross Roy-Schule» komponiert. Es geriet zu einer Huldigung an eine «königliche Schule» und zum bunten Erinnerungsbild vergangener Schulzeit. «Der Zauberer von Oz» erschien in sechs bildhaften Szenen. Harold Arlen hat die Musik für den berühmt gewordenen Film geschrieben, 1988 wurde sie von John Higgins als Ouvertüre für Blasorchester bearbeitet.

Große Freude herrschte, als nach der Pause der Geschäftsführer des Ober- und Niederbayerischen Musikbunds, Andreas Horber, eine besondere Auszeichnung ankündigen durfte. Der junge Trompeter Martin Zwiefelhofer, der bereits das goldene Leistungsabzeichen für theoretische Prüfungen erhalten hatte, bekam nun von Michael Kummer, dem stellvertretenden Präsidenten, die Urkunde für die bestandene erste Dirigentenprüfung überreicht.

Sodann setzte man das Programm der Film- und tänzerischen Blasmusik fort. Wiederum erklang zum Auftakt eine Festmusik «Millennium III», diesmal vom austro-amerikanischen Blasmusikexperten Alfred Reed. Als Attraktion kündigte dann der Dirigent an: «River Dance» von Bill Whelan, virtuose Ballettmusik für die Tanzshow aus dem Jahr 1994. Tänzerisch belebt erschienen auch die mit Spannung erwarteten «BigbandSignatures», wiederum im Arrangement von John Higgins, als großes symphonisches Medley mit stimmungsvollen Klangfarben. Als abschließender Höhepunkt faszinierte die Filmmusik zu «Indiana Jones». Das bunte Abendprogramm hatte eine fortlaufende Steigerung gebildet. Zwei Zugaben, «Estrada-Galopp» von Wolfgang Schumann, als Kostprobe der im Januar erscheinenden neuen CD, sowie als Überleitung zum geselligen Teil «Semper fidelis» des Marschmusikkönigs John Philip Sousa, rundeten das Herbstkonzert stimmungsvoll ab. Und fröhlich ging es dann zu in der flink improvisierten und liebevoll organisierten «Gaststätte Stadtkapelle».

Der Dirigent und Moderator Michael Kummer ist bekannt für Programmgestaltung und gekonnte Darbietung. Der Lehrmeister im Dirigieren beeindruckte beim Frühlings-Konzert der Stadtkapelle Wasserburg in der Badria-Halle durch seine Kondition und sein Durchhaltevermögen, hat er doch nicht nur souverän und elegant dirigiert, es gelang ihm auch, durch seine humorige Ansage frühlingshaft heitere Stimmung zu erzeugen. Das anspruchsvolle Programm bot jedoch nicht nur unbeschwerte Unterhaltung.

Ferdinand Mahl, veröffentlicht am 14.11.2002 im OVB unter Kultur in der Region


Ehrung von Martin Zwiefelhofer:

Beim Konzert der Stadtkapelle in der gut gefüllten Badria-Halle wurde Martin Zwiefelhofer von Bürgermeister Michael Kölbl und dem Geschäftsführer des Musikbundes von Ober- und Niederbayern Andreas Horber, der zugleich Hauptkoordinator für das Verbandsmusikfest vom 22. bis 26. Mai 2003 in Wasserburg war, das Zertifikat zum geprüften Dirigenten eines Blasorchesters überreicht.
Vor der gestrengen Prüfungskommission des Musikbundes legte er die überaus schwierige Prüfung erfolgreich ab. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen und die Ausführung der Taktvorgaben mit dem Taktstock. Geprüft wird auch in besonderer Weise das Können, mit einem Orchester ein Stück bis zur Aufführungsreife vorzubereiten. Selbstverständlich sind auch die Kenntnis der Harmonielehre und eine sehr gute eigene Musikalität Voraussetzung für das Bestehen dieser Prüfung.
Natürlich freute sich auch der musikalische Leiter des Stadtkapelle Michael Kummer über diese erfolgreiche Leistung. Nicht nur als Vizepräsident des Musikbundes, sondern auch als Mentor und Förderer seines Stimmführers im Trompetenregister. Martin Zwiefelhofer ist das erste Mitglied der Stadtkapelle, das die Dirigentenausbildung des MON durchlaufen hat.