Stadtkapelle Wasserburg am Inn e.V.

Presse-Kritik
über das Herbst-Konzert vom 08.11.2003:

Außerirdisch und bestechend gut

Wasserburg (bua) - Immer wieder Neues und Ungewöhnliches bietet der nun zum Stadtkapellmeister ernannte Michael Kummer, den Konzertbesuchern mit seiner Stadtkapelle Wasserburg. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres hatte er sich deshalb eine breite Palette hörenswert moderner und konzertant symphonischer Blasmusik einfallen lassen.

In der gut gefüllten Badria-Halle ließ sich ein gut aufgelegtes Publikum über zwei Stunden lang musikalisch entführen. Aus Tradition schon immer am Anfang steht die Jugend. Nach einem Abstecher am Anfang des Konzertabends nach Down-Town New York mit «A Touch of Broadway», einer Zusammenstellung bekannter Musicalmelodien, erwiesen die jungen Musikerinnen und Musiker «Arielle, der Meerjungfrau» ihre Referenz mit einem Querschnitt aus dem beliebten Filmmusical aus den Produktionshallen von Walt Disney. Bei dem dritten Konzertbeitrag sah man sie dann beinah über die Bühne stolzieren: «Joe Belushi und die «Blues-Brothers». Besonders bei den vielen Tempiwechseln in der musikalischen Darbietung zeigte die Jugendkapelle schon eine erstaunliche musikalische Reife. Herzlicher Applaus verabschiedete die jungen Talente, unter denen einige neue Gesichter zu sehen waren, wieder ein Erfolg der Bläserschule der Wasserburger Stadtkapelle.

Wenn die «Großen» die Bühne betreten, ist dann erstmal Stühlerücken angesagt. Es braucht schon seine Zeit, bis die fast 60 Instrumentalisten ihren Platz gefunden haben. Aber dann legten sie los. Cioaccino Rossini hat mit seiner Oper «Die Belagerung von Korinth» 1826 ein ebenso technisch brilliantes wie leider auch beinahe unbekanntes Werk komponiert. Mit dem Konzertwalzer «Badner Madl'n» von Karl Komzak wurde das Programm fortgesetzt. Vor der Pause gab es dann den Nibelungenmarsch, den Michael Kummer mit seinem Blasorchester dem erst vor wenigen Wochen verstorbenen Musikerkollegen Hans Burlefinger widmete.

Der zweite Teil des Abends brachte unter anderem Musik aus «E.T. - der Außerirdische», einem der vielen Filmwelterfolge von Steven Spielberg. Die Musik dazu schrieb der Meister dieses Genres, John Williams. Mit höchster Konzentration und beinahe schon spielerischer Perfektion boten die Instrumentalisten der Stadtkapelle eine Zusammenfassung der galaktischen Melodienfolge. Mit einem großen symphonischen Medley aus Glenn Miller's musikalischer Vielfalt in einem Arrangement von Warren Barker verabschiedeten die Musikerinnen und Musiker dann ihr Publikum in die Nacht der totalen Mondfinsternis, passend mit der «Moonlight Serenade». Zumindestens wollten sie das. Denn ohne Zugabe ging noch kein Konzert in 50 Jahren Stadtkapelle zu Ende. Ein kleines, aber feines Blasmusikintermezzo hatte das ehemalige aktive Mitglied der Stadtkapelle, Solveig Retzlaff, von ihrem Auslandsaufenthalt in Japan mitgebracht. Vorsichtig und sensibel wurde es intoniert von der Stadtkapelle: Es muss nicht immer nur Marschmusik sein.

Andreas Burlefinger, veröffentlicht am 12.11.2003 im "Wasserburger Teil" des OVB